Sonntag, 15. Mai 2011
Putztrupp sorgt für erstes Wohlbehagen
velo inn,
Dietmar Meier
Sonntag, 8. Mai 2011
18. April 2011
Angepeilt ist der Elsterradweg Richtung Greiz. Bis Wünschendorf ist das gar kein Problem gewesen, danach fand ich mich auf der „falschen“ Seite der Elster wieder, dies bedeutete zwar einen schöneren Weg mit besserer Aussicht, dafür aber auch unschlagbare Waldwege und permanentes Hoch und Runter.
Nachdem ich zwischenzeitlich auf kleinere Straßen wechselte, probierte ich es in Neumühle noch einmal mit dem Elsterradweg. Diesmal sollte es noch übler kommen. Irgendwann, es sollten nur noch 8 km bis Greiz sein, ging der „Elsterperlenradweg“ in einen schlechten Forstweg über und ca. 17 % den Berg hinauf. Die Steigung wurde danach flacher, doch sie blieb. Ausgeschildert war nur noch Gommla und als dann auch noch der Weg zwischen umgestürzten Bäumen ganz verschwand, fand ich mich mitten im Wald wieder. Nun war alles vorbei. Da half kein fluchen, ich hievte das ca. 50 kg schwere Fahrrad den einen ca. 20 % steilen Hang hoch – mitten im Wald und war schon ziemlich frustriert.
Keine Elster, kein Weg, nur meine Schweißperlen sind vom Elsterperlenradweg geblieben. So ein Mist! Schlussendlich stand ich auf der Teufelskanzel (380 m), auf die ich nie wollte, na ja. Anschließend gab es noch einen Singletrail hinab, mit einem Reiserad nicht so einfach aber trotzdem spaßig. Nach diesem etwas holprigen Beginn und ca. 2 h Verspätung beschloss ich keine Radwegexperimente mehr zu machen und führ die B 92 über Elsterberg bis nach Plauen, wo für mich der erste Tag am Lagerfeuer mit Rotwein endete.
Tageskilometer: 70 km, Durchschnitt: 13,2 km/h
19. April 2011
Weiter Richtung SO, Richtung Ölsnitz, Adorf, Markneukirchen, Tschechien. Nun stetig der Elster folgend – auf der B 92! Das Radl läuft, die Kilometer gehen dahin und schon passierte ich die Grenze bei Wernitzgrün. Das Wetter ist brillant und so rolle ich weiter bis Tuřany, wo ich bei lecker Bier und Abendbrot mit dem Wirt ausmachte, dass ich mein Zelt bei ihm im Garten aufschlagen und dort nächtigen kann.
Tageskilometer: 92 km, Durchschnitt: 14 km/h
20. April 2011
Das nächste Ziel für heute ist Márianske Lázně (Marienbad), doch vorher passierte ich Lázně Kynžvart (Schloß Kromburg), dessen Golfplatz ich zur kurzen Rast nutzen wollte, doch offenbar gefiel das dem Personal nicht – ich wurde kurzerhand verjagt.
Weiter ging es dann bergab nach Márianske Lázně, welches einen netten Eindruck machte, ich wusste allerdings nicht so recht was mit mir anzufangen, so dass ich weiterradelte.
Über Planá und Střibo gings nach Kladruby, nem kleinen Ort mit einer monströsen Burg.
Dort lasse ich mir mein Feierabendbier schmecken und baue mein Zelt im Wald auf, wo ich zwischen Wildschweinen, Rehen und Hasen nächtigte.
Tageskilometer: 75 km, Durchschnitt: 13,8 km/h
21. April 2011
Nach Plzeň.Die Straße ist eben, gut und kaum befahren, so komme ich gut voran – die 30 km sind schnell geschafft und so sitze ich gegen Mittag in Plzeň am Markt und esse Rohliky (Hörnchen). Etwas verweilte ich noch in der Stadt, die mich nicht so vom Hocker haut und rollte später weiter südwärts. Es war zunächst schwer die richtige Straße zu finden, ich wollte nicht die allergrößte nehmen, um aus Plzeň hinauszufinden. So dauerte es eine Weile und kostete mich ein paar Extrakilometer, aber ich fand einen TESCO, konnte mir einen Topf und Nudeln kaufen und radelte weiter Richtung Nepomuk. Ich folgte der Uslava Richtung Süden und so gegen 18 Uhr begann ich meine suche nach nem guten Pennplatz – ich will ja heute Nudeln in meinem neuem Topf auf dem Feuer kochen. So sei es – es dauerte auch nicht lang, da fand ich mich auf einer netten Wiese am Waldrand wieder und rastete.
Tageskilometer: 80 km, Durchschnitt: 15,8 km/h
22. April 2011
Der Böhmerwald rückt näher und an diesem Tag wollte ich ihn auf tschechischer Seite durchfahren.
Doch zunächst nach Sušice, einer Stadt nördlich des Böhmerwald. Dort kümmerte ich mich erstmal um meine bis zur Schmerzgrenze verbrannten Unterarme, und nahm den folgenden Abschnitt in Angriff. Die Straße folgt dem Lauf der Otava, geht also ganz gemütlich bergauf. Es läuft gut, zu gut, ich frage mich ob ich noch richtig bin, doch da entdecke ich das Straßenschild nach Horská Kvilda, was bedeutet links vom Flusslauf weg direckt in den Böhmerwald zu fahren. Es sind noch 14 km bis Horská Kvilda und sogleich stehe ich vor einer „Wand“.
Die Steigung ist hart, vielleicht 12 – 15 % und dies nun für die folgenden 10 km. Ich schalte runter und fahre mit gleichmäßigem Tempo hinauf.
Ich sehe außer Wald nichts, für die nächsten zwei Stunden sollte sich daran auch nichts ändern. Stetig hoch, mitten durch den Wald.
Irgendwann war ich dann oben, mitten im Wald, und fuhr gleich weiter nach Vimperk. Die Wahl des Schlafplatzes war heut nebensächlich geworden, sie musste nur schnell gehen, da ich nach den zwei schnellen Feierabendbieren in Vimperk merkte, dass ich besser nicht mehr radeln sollte. Sie schmeckten aber auch nach so einem Tag besonders gut – die Biere.
Tageskilometer: 87 km, Durchschnitt: 13,3 km/h
23. April 2011
Nach lecker Morgenkaffee – es war der erste auf der Reise – rollten sich die 25 km bis Prachatice recht schnell runter.
Die Stadt selbst ist sehr angenehm und definitiv eine Reise wert. Sie zeigt sich als mittelalterliche Festungsstadt mit alten, kleinen Häusern und Gassen in einem bemerkenswerten guten Zustand.
Nach weiteren hügeligen 40 km ist Český Krumlov erreicht.
Hier erwartete mich ein Touristenstrom, jedoch kaum überraschend, ist doch Český Krumlov sehr sehenswert. Nachdem ich meine Füße im Fluß abgekühlt und meinen Magen gefüllt habe, folge ich der Vltava flussaufwärts nach Rožmberg nad Vltava.
Die Strecke entlang der Vltava beschreibt wunderbare Mäander durch den östlichen Böhmerwald. In Rožmberg nad Vltava thront die Burg majestätisch über der alten Stadt, was mich spontan zu einer Bierpause überzeugt.
Ich folgte der Vltava weiter bis nach Vyšši Brod, wo ich meine Nudelreserven auffüllte und mir einen Lagerplatz suchte.
Tageskilometer: 89 km, Durchschnitt: 15 km/h
24. April 2011
Tschechien verlasse ich bergauf, ca. 5 km schlängelt sich die Straße hinauf zur Grenze, danach ein Stück abwärts, bis es abermals hoch gehen sollte. Doch die Mühe lohnte, da die folgenden 10 km bis Linz richtig gut bergab gingen. In Linz war der R1, der Donauradweg, schnell gefunden und so nahm ich die knapp hundert Kilometer bis Passau in Angriff. Der Radweg begleitet die Donau direkt an ihren Ufern und durchquert somit dieselbe wunderbare Landschaft, wie die Donau an dieser Stelle selbst.
Tageskilometer: 109 km, Durchschnitt: 15,9 km/h
25. April 2011
Weiter Richtung Passau, noch 30 km, die sind schnell passiert und ich erreiche Passau, die Stadt zwischen Inn und Donau.
Die Landschaft ändert sich nach Passau merklich. Nun wird die Donau nicht mehr durch hohe Felsufer begrenzt, sondern das Donautal ist nun sehr breit und der Radweg schlängelt sich durch die Auen und Felder.
Tageskilometer: 84 km, Durchschnitt: 16,3 km/h
26. April 2011
Weiter dem R1 und der Donau folgend Richtung Regensburg. Die Landschaft bleibt nahezu unverändert und der Radweg ebenso.
Tageskilometer: 109 km, Durchschnitt: 18,3 km/h
27. April 2011
Nach Regensburg folge ich für weitere 30 km der Donau, bis Kehlheim, wo ich nördlich die Altmühl hinauf fahre. Sobald ich die Altmühl erreicht habe begrenzen steile Kalkfelsen des Jura das Tal. Vereinzelt kleinere und größere Burgen stehen an den Felskanten und thronen über der Altmühl. Bei Bellnhausen folgte ich dann dem Main-Donau-Kanal bis Freyenburg, um von dort vorerst die Wasserstraßen zu verlassen und ins „Landesinnere“ zu radeln. Doch zunächst galt es nach zwei regnerischen Tagen einen relativ trockenen Platz für die Nacht zu finden, desweiteren benötige ich trockenes Holz für ein Feuer. So dann, es wurde der Wald. Beim Holzsammeln viel mir dann auch noch was ins Ohr, es machte komische Geräusche, doch das lustigste war, dass es sich anfühlte als wäre etwas im Kopf. Zum Glück hatte ich ne Flasche Wein gekauft, die half dann auch.
Tageskilometer: 101 km, Durchschnitt: 16,7 km/h
28. April 2011
Am nächsten Tag war das Vieh im Ohr wohl tot, es machte jedenfalls keine Geräusche mehr. Ich startete heute spät und gemütlich, es hatte geregnet, es tröpfelt immer noch von den Bäumen, die Sonne schein, aber es ist kühl in meinem Waldquartier.
Als ich endlich aufgebrochen bin, so gegen 10 Uhr, rollte ich erstmal Richtung Neumark i. d. Oberpfalz, lasse die Stadt aber rechts liegen und schieße gleich weiter nach Altdorf. Dabei passierte ich die europäische Wetterscheide und folge ich den Ludwig-Main-Donau-Kanal, der um 1850 errichtet wurde.
Heute will ich nur bis Rückersdorf, zu Jana und Andreas, und bis Lauf a. d. Pegnitz sind es nur noch 17 km, die ich auf der kaum befahrenen Bundesstraße nehme. In Rückersdorf angekommen, es ist noch zeitig, setze ich mich in einen Biergarten und warte.
Tageskilometer: 58 km, Durchschnitt: 17 km/h
29. April 2011
Nach wunderbarer Nacht, bin ich zeitig raus und gleich gestartet. Zunächst rollte ich nach Nürnberg, welches ich nur kurz passierte, um gleich weiter über Erlangen nach Bamberg zu gelangen. Ich folgte wieder den Main-Donau-Kanal. In Bamberg wurde kurz der Magen gefüllt und der Main gesucht. Diesen wollte ich nun Richtung Westen, nach Schweinfurt folgen. Zwischenzeitlich floh ich vor einer herannahenden schwarzen Wolke in einen Biergarten on Haßfurt und überdauerte dort das kurze Intermezzo. Die Fahrt insgesamt war recht angenehm, da ich zum Einen den gut ausgebauten Main-Radweg nahm und zum Anderen kräftige Unterstützung durch den Wind hatte.
Tageskilometer: 130 km, Durchschnitt: 18,2 km/h
30. April 2011
Wind, Wind, Wind und der ganz stark, vor allem aus Norden. Der selbe Wind, der mir gestern viel Kraft abgenommen hat, um die Kilometer zu radeln, stellte sich heute mit aller Macht gegen mich. Doch zunächst blies er mir fast mein Zelt weg, dies konnte ich geschickt verhindern und packte zusammen. Nach Schweinfurt fuhr ich nördlich Richtung Rhön, Richtung Bad Kissingen und ab da an sollte ich Gegenwind haben.Bad Kissingen war dann irgendwann erreicht, ne alte Kurstadt mit Kurparks, Kurkaffees, Kur-Krimskrams-Läden und Kurgästen. Weiter! Nach Neustadt an der Saale. Ich folgte also der fränkischen Saale bis Neustadt, wo ich nur kurz einkaufe und gleich Richtung Meiningen weiterfahre. Ich passierte ein Maibaumfest, bei dem ich kurz weilte, ein Bier trank und die Maibaumjünger beobachtete. Weiter! Ich kämpfte mich weiter durch den Wind zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Dort hielt ich es für einen guten symbolischen Akt mein Nachtlager aufzuschlagen.
Tageskilometer: 92 km, Durchschnitt: 14,7 km/h
1. Mai 2011
1. Mai ich bin dabei. Tag der Arbeit – also gut, so arbeite ich mich voran. Mein neuer Freund der Gegenwind ist immer noch da, so dass die ersten 10 km bis Meiningen fast ein Kampf/Krampf waren. Zum Glück ging es etwas bergab. Von Meiningen gings Richtung Zella-Mehlis, bis dann Steinbach-Hallenberg folgte. S-Hallenberg hat nichts außer Kati Willhelm, und die begegnet einem überall. Weiter! Die kommenden 17 km hinauf nach Oberhof waren dann willkommene Abwechslung zu der Gegen-Den-Wind-Fahrt der letzten zwei Tage. So fuhr ich gemütlich durch den Thüringer Wald und erreicht alsbald den Skiort Oberhof, wo es dann auch sehr zugig war und ich zum Schneekopf weiterradelte (Thüringens höchster Punkt, 1001 m).
Von da ab rauschte ich in nem affenzahn Richtung Plaue hinab, fand den Gera-Radweg und folgte diesem Richtung Arnstadt, Thüringens älteste Stadt. Das Feierabendbier gabs dann auch hier in Arnstadt und das Nachtlager an der Gera, kurz vor Erfurt.
Tageskilometer: 101 km, Durchschnitt: 15,6 km/h
2. Mai 2011
Dieser Tag stellte das Ende der Tour dar und zum Abschluss wurden es dann auch nur gemütliche 50 km. Nachdem mein Radl von Rüdiger in der E-Bike Lounge (www.radscheune.de) noch einmal kräftig kontrolliert wurde, fuhr ich über Bad Berka, dem Veloinn (www.veloinn.de) nach Kiliansroda.
Tageskilometer: 51 km, Durchschnitt: 14,7 km/h
Gesamtstrecke: ca. 1400 km
Mittwoch, 4. Mai 2011
velo inn jetzt mit eigener homepage online
Unter http://www.veloinn.de/ gibt es erste Informationen zum Haus, zur Ausstattung und zum Service. Dass die echten Bilder erst nach Fertigstellung des Umbaus eingesetzt werden können, versteht sich hoffentlich von selbst - lange sollte es nicht mehr dauern.
Also, es darf bereits fleißig gebucht werden.
velo inn,
Dietmar Meier
Gestaltung der Außenanlage beginnt ...
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| velo inn, 02.05.2011 |
Grüner soll es hier natürlich werden - Areale mit Bäumen, Sträuchern und weiteren Pflanzen stehen auf dem Programm.
Sonntag, 1. Mai 2011
Fassade nun sichtbar
velo inn,
Dietmar Meier




